(Grafik: extra 3)

Am 17. Januar war Renate Künast, Fraktionsvoristzende der Grünen im Bundestag, zu Gast in der Sendung extra3 mit Tobi Schlegl. Wohlgemerkt: zu diesem Zeitpunkt waren die Landtagswahlen in Hessen, Niedersachsen und Hamburg noch nicht beendet.

Natürlich wurde auch über Koalitionen gesprochen. Tobi Schlegl wollte mit Renate Künast darüber wetten, dass es in den nächsten zwei Jahren auf Landesebene keine schwarz-grüne Koalition geben würde. Renate Künast war sich sicher: schwarz-grün ist unmöglich! Heute wissen wir ja alles besser :)

Renates Wetteinsatz war übrigens, dass sie eine Führung durch das Konrad-Adenauer Haus leiten müsste, die Parteitzentrale der CDU. Hier übrigens der Beweis (der Bierdeckel auf dem Schlegl und Künast unterschrieben haben):

Nunja. Tobi Schlegl hat die Wette nicht vergessen und Renate auch fix bei den Grünen besucht. Nach kurzem Zögern willigte sie ein die Führung zu machen. Nur die CDU will nicht. Lediglich der Fraktionsvitze Wolfgang Bosbach würde Frau Künast in die CDU entrale rein lassen, um eine Führung zu machen.

Deshalb hat extra3 jetzt eine Mail Aktion gestartet! Macht alle mit! Schickt folgende Mail an die CDU:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich mich für ein Informationsgespräch mit einem Experten in der CDU-Zentrale inklusive kurzer Darstellung der Architektur des Konrad-Adenauer-Hauses und Besichtigung des Wintergartens anmelden. Als Expertin und Gesprächsteilnehmerin bitte ich um Renate Künast, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im deutschen Bundestag.

Es wäre schön, wenn Sie mir für diese Veranstaltung einen Platz reservieren könnten. Anreise organisiere ich selbstverständlich selbst.

Mit freundlichen Grüßen

Die Mail müsst ihr an besucherdienst@cdu.de schicken. Die extra3 Redaktion würde sich auch gerne über die Antworten der CDU freuen. Wenn ihr also eine Mail zurück erhaltet, einfach an extra3@ndr.de weiterleiten.

Weitere Blogs, die sich der Aktion angeschlossen haben:
* Julia Seeliger
* Paula Riester

Bündnis 90/Die Grünen haben gestern ihren 15 jährigen Geburtstag gefeiert. 1993 fand in Leipzig die Vereinigung der beiden Parteien “Die Grünen” und Bündnis 90 statt. Anlässlich der Feier hielt das Gründungsmitglied Werner Schulz eine Rede:

Heute findet sich auf Spiegel Online ein Artikel über die heftigen Grabenkämpfe, die die Linkspartei auf ihrem Parteitag in Cottbus auszufechten hat. Vor allem die Positionierung zu Israel hat heftige Gräben in der Partei verursacht. In der Linken finden sich auf der einen Seite, gerade unter den jüngeren Mitgliedern, starke antideutsche Tendenzen, die sich solidarisch mit Israel zeigen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch äktere Genossen, wie Norman Paech, die immer noch ihr antiimperialistisches Weltbild aufrecht erhalten wollen.

Ausgelöst wurde der mediale Streit durch zwei Vorkommnisse:

1. Die Kritik des BAK Shalom der Linksjugend an einer Rede von Norman Paech. Benjamin Krüger, der Sprecher des BAK Shalom, hatte Paech zu Recht wegen seines Antizionismus kritisiert.

2. Eine wirklich gute Rede von Gregor Gysi auf einer Tagung der Rosa-Luxembourg Stiftung. Hier ein kleiner Auszug:

Für diese Tendenz zur einseitigen Parteinahme, bevor Konfliktbeschreibungen stattfinden, gibt es eine Reihe von Gründen. Antiimperialistische Theorien, die die Politik Israels als die eines aggressiven Imperialismus interpretieren und kritisieren. Dann ein eher freundliches Bild vom demokratischen Israel, das den Kontrast zu den wesentlich autoritär geprägten Nachbargesellschaften plastisch darstellt. Schließlich die Einfühlung in das Leiden insbesondere der palästinensischen Bevölkerung, und die Kritik an den Demokratiedefiziten Israels, die durch den Krieg gewiss nicht behoben werden, sich im Gegenteil durch ihn vertiefen. Dann muss leidenschaftlich Einspruch erhoben werden gegen die Tendenz, die Opfer des Terrors in der israelischen Gesellschaft aus dem Bewusstsein zu drängen; aber auch das ideologische Pendant zur antiimperialistischen Kritik, die so genannten „Antideutschen“, deren Hauptfeind ein sich unkenntlich machender Antisemitismus ist. Dieses bunte Durcheinander an Motiven bildet dann schon so etwas wie den matten Abglanz der Kompliziertheit einer Konfliktbeschreibung.

Sebi Brux meint zu dem Streit in der Linkspartei:

Nun sind die Trolle in der Partei geweckt und es beginnt eine bitter notwendige Debatte innerhalb der Linken um Israel, den Antizionismus und offenen Antisemitismus in der Partei.

Da gebe ich ihm zu 100% Recht. Es wäre ein guter Schritt, wenn sich die Linkspartei endlich von ihrem unsäglichen Antizionismus und ihrer einseitig geprägten Kapitalismuskritik trennt und somit auch einen Teil des SED Erbes begräbt. Dann könnte man auch langsam außenpolitisch mit der Linkspartei zusammen arbeiten.

Apple Bulimie

Mai 8, 2008

Wer hätte gedacht, dass das neue Macbook Air solche Reaktionen auslösen würde :)

Allem Anschein nach ist letzte Nacht der Entdecker des LSD, Albert Hofmann, verstorben (Quelle: 1, 2)

Auf Wikipedia findet man ein interessantes, biographisches Protokoll von Hofmann über einen LSD Selbstversuch:

„16:20 Einnahme der Substanz
17:00 Beginnender Schwindel, Angstgefühl, Sehstörungen, Lähmungen, Lachreiz.
Mit Velo nach Hause. Von 18 – ca. 20 Uhr schwerste Krise, siehe Spezialbericht:
Die letzten Worte konnte ich nur mit großer Mühe niederschreiben. […] die Veränderungen und Empfindungen waren von der gleichen Art [wie gestern], nur viel tiefgreifender. Ich konnte nur noch mit größter Anstrengung verständlich sprechen, und bat meine Laborantin, die über den Selbstversuch informiert war, mich nach Hause zu begleiten. Schon auf dem Heimweg mit dem Fahrrad […] nahm mein Zustand bedrohliche Formen an. Alles in meinem Gesichtsfeld schwankte und war verzerrt wie in einem gekrümmten Spiegel. Auch hatte ich das Gefühl, mit dem Fahrrad nicht vom Fleck zu kommen. Indessen sagte mir später meine Assistentin, wir seien sehr schnell gefahren. [Zu Hause angelangt] wurden Schwindel und Ohnmachtsgefühl zeitweise so stark, daß ich mich nicht mehr aufrecht halten konnte und mich auf ein Sofa hinlegen mußte. Meine Umgebung hatte sich nun in beängstigender Weise verwandelt. […] die vertrauten Gegenstände nahmen groteske, meist bedrohliche Formen an. Sie waren in dauernder Bewegung, wie belebt, wie von innerer Unruhe erfüllt. Die Nachbarsfrau […] war nicht mehr Frau R., sondern eine bösartige, heimtückische Hexe mit einer farbigen Fratze. etc. etc.“

Albert Hofmann: Protokoll des LSD-Selbstversuchs

Bei Julia findet sich heute auch ein Beitrag zu Hofmann und dem LSD, mit interessanten Quellen.

Auf youtube gibt es eine ZDF Doku über die “Wunderdroge LSD” komplett online. Hier der erste Teil:

Telekolleg. Heute: Deutsch für Nazis. (Ein Beitrag aus der letzten Sendung von Extra3, mit neuer Homepage)

Saufen statt Demo!

April 29, 2008

Einen sehr lustigen Aufruf zu einer Demo am 01. Mai in Berlin, habe ich via Ivo Bozic gefunden:

Heraus zum Revolutionären Herrentag!
13 Uhr, O-Platz!

- Aufruf zum Herrentagsblock auf der 1. Mai-Demo -

Der 1. Mai ist in diesem Jahr nicht nur der Kampftag der unterdrückten revolutionären Arbeitermassen dieser Welt, sondern gleichzeitig auch Herrentag. Anlass für uns, auf die zunehmende Unterdrückung und Ausgrenzung der alkoholabhängigen Penner und Proleten aufmerksam zu machen.
Die Herrschenden planen, den Alkoholverkauf an Tankstellen und Supermärkten einzuschränken, jugendliche Nachwuchstrinker werden stigmatisiert und vom Schweinesystem verfolgt, Bierbäuche und Alkoholfahnen sind zunehmend Einstellungshemmnis auf dem Arbeitsmarkt. Die Scheiß-Yuppies trinken den Proleten frech den Wodka weg. Schnapsleichen und Trinkercliquen sollen aus dem öffentlichen Stadtbild entfernt werden. Die Zehntausende, die jedes Jahr an Hunger sterben, werden von den Systemmedien umsatzsteigernd auf die Titelblätter gehievt, aber die ungezählten Massen, die verdursten, werden totgeschwiegen.

Seit dem Massenaufstand 1987 in Kreuzberg steht die Revolutionäre 1. Mai-Demonstration vom Oranienplatz aus hin zum Bolle-Supermarkt für diese Vision: Nehmt euch die Getränke, die euch zustehen!

Wir fordern:
- Solidarität mit allen Schnapsdrosseln dieser Welt!
- Korn, Bier, Schnaps und Wein für alle, und zwar umsonst!
- Für das Selbstbedienungsrecht der Völker am Bierstand!
- Mehr Kohle für Bowle!
- Schwerter zu Korkenziehern!
- Keine Befreiung ohne Alkohol!
- Eine abgefüllte Welt ist möglich!
- Alkis, Sprittis, Saufkumpanen: AM 1. MAI 2008 IST EUER PLATZ BEI UNS!

Bringt euren hübsch dekorierten Bollerwagen und ausreichend Bölkstoff mit!

Zur gesonderten Abschlusskundgebung versammeln wir uns am Harald-Juhnke-Platz. Es spielen: Das Bierbeben und “Lustprinzip & Friends”.

Treffpunkt: 13 Uhr, Oranienplatz, zwischen dem Maoisten- und dem Stalinistenblock.

Es ruft auf das Bündnis Revolutionärer Herrentag:
gruppe 8 promille, AG Saufen in der Linksjugend, Harald-Juhnke-Memorial-Komitee, Autonome Alkoholiker Wedding, Stadtteilgruppe „Neukölln bleibt feucht“, Alikohlische Rewollussionäre Aggssion Bählin (ARAB), Solide Abgefüllt 36, Deutsche Komatrinker Partei (DKP), IV. Internationale der Trotz- und Bierkisten, Verlag Neue Breitheit, Rotkäppchen-Antifa Bochum, Sangria-TOPF-Berlin, Rotwein Hilfe e.V., Cuba Rum Si!, Initiative gegen das Pfandflaschensystem, Randvoll Im Mai (RIM), SJD - Die Alkis, Lebertäres Forum, AG Gin-Killer, Helles Danke e.V., Sternburg-Brigade, Initiative „Nie wieder Durst!“, Bürgerbewegung Pro Kölsch, “Trinken, Koksen, Pillen/Mit Leidenschaft (TKP/ML)”, Mediaspree ersaufen, Alle Likörchen Bitte (ALB), ZK der besoffenen Landjugend.

Auf dem Blog von Falk habe ich etwas lustiges gefunden, dass ich in voller Länge hier posten will:

Ratet mal wer folgendes gesagt hat:

Der amerikanische Vorwahlkampf zeigt recht gut, wie die Bewerber das World Wide Web erfolgreich nutzen, um potentielle Wähler zu erreichen. Vor allem Barack Obama gelingt es mit seinen Internet-Ansprachen und seiner Aktivität in virtuellen Netzwerken, die Aufmerksamkeit der amerikanischen Nutzer zu gewinnen. Seine Video-Ansprachen werden millionenfach zumeist von einem jüngeren Publikum abgerufen. Laut einer Studie haben bis Dezember 2007 etwa 40 Prozent der Amerikaner unter 30 Jahren online Reden, Werbespots, Interviews oder Debatten der Präsidentschaftskandidaten verfolgt. Inzwischen sind es sicherlich noch einige mehr geworden.

Insgesamt haben deutlich mehr junge Menschen vor allem an den Vorwahlen der Demokraten teilgenommen als beim letzten Mal. Das dürfte auch damit zu tun haben, dass es den Kandidaten eben gelingt, sie über das Medium Internet gezielt anzusprechen. Außerdem schafft das Internet ein hohes Maß an Transparenz. Jeder Bürger kann online einsehen, wer einem Kandidaten welche Summe für den Wahlkampf gespendet hat. Zusammen mit den im Internet veröffentlichten Steuererklärungen schafft das eine ziemlich wirkungsvolle Kontrolle der Einhaltung der Wahlkampffinanzierungsregelungen. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass das Internet Chancen für eine direkte und transparente Politik bietet.

Die digitale Revolution verändert unsere gesamte gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Ordnung in einem rasenden Tempo. Auch der Markt für Nachrichtenanbieter befindet sich in einem grundlegenden Wandel: Jeder kann im Internet kostengünstig und einfach eigene Inhalte publizieren und weltweit verbreiten. Neue Formen der Zusammenarbeit unter Bloggern machen thematisch vielfältig ausgerichtete Nachrichtenplattformen möglich. Die Zeitungen bekommen die Folgen der digitalen Revolution in Form eines härteren Wettbewerbs gerade um jüngere Zielgruppen zu spüren.

Qualitätsjournalismus besteht auch darin, mittels einer ausgewogenen Berichterstattung transparent zu machen, was Regel ist und was Ausnahme. Alles andere führt recht schnell zu Populismus. Ich weiß, dass das alles leichter gesagt als getan ist, zumal im Wettbewerb um das knappe Gut “Aufmerksamkeit” die reißerische oder skandalträchtige Information Startvorteile hat. Aber für die nachhaltige Zukunftssicherung freier Presse ist Qualitätssicherung gleichwohl aussichtsreicher.

Na, wer wars? Den Rest des Beitrags lesen »