Zum Tod von Albert Hofmann
April 29, 2008
Allem Anschein nach ist letzte Nacht der Entdecker des LSD, Albert Hofmann, verstorben (Quelle: 1, 2)
Auf Wikipedia findet man ein interessantes, biographisches Protokoll von Hofmann über einen LSD Selbstversuch:
„16:20 Einnahme der Substanz
17:00 Beginnender Schwindel, Angstgefühl, Sehstörungen, Lähmungen, Lachreiz.
Mit Velo nach Hause. Von 18 – ca. 20 Uhr schwerste Krise, siehe Spezialbericht:
Die letzten Worte konnte ich nur mit großer Mühe niederschreiben. […] die Veränderungen und Empfindungen waren von der gleichen Art [wie gestern], nur viel tiefgreifender. Ich konnte nur noch mit größter Anstrengung verständlich sprechen, und bat meine Laborantin, die über den Selbstversuch informiert war, mich nach Hause zu begleiten. Schon auf dem Heimweg mit dem Fahrrad […] nahm mein Zustand bedrohliche Formen an. Alles in meinem Gesichtsfeld schwankte und war verzerrt wie in einem gekrümmten Spiegel. Auch hatte ich das Gefühl, mit dem Fahrrad nicht vom Fleck zu kommen. Indessen sagte mir später meine Assistentin, wir seien sehr schnell gefahren. [Zu Hause angelangt] wurden Schwindel und Ohnmachtsgefühl zeitweise so stark, daß ich mich nicht mehr aufrecht halten konnte und mich auf ein Sofa hinlegen mußte. Meine Umgebung hatte sich nun in beängstigender Weise verwandelt. […] die vertrauten Gegenstände nahmen groteske, meist bedrohliche Formen an. Sie waren in dauernder Bewegung, wie belebt, wie von innerer Unruhe erfüllt. Die Nachbarsfrau […] war nicht mehr Frau R., sondern eine bösartige, heimtückische Hexe mit einer farbigen Fratze. etc. etc.“– Albert Hofmann: Protokoll des LSD-Selbstversuchs
Bei Julia findet sich heute auch ein Beitrag zu Hofmann und dem LSD, mit interessanten Quellen.
Auf youtube gibt es eine ZDF Doku über die “Wunderdroge LSD” komplett online. Hier der erste Teil:
Heute: Deutsch für Nazis
April 29, 2008
Telekolleg. Heute: Deutsch für Nazis. (Ein Beitrag aus der letzten Sendung von Extra3, mit neuer Homepage)
Saufen statt Demo!
April 29, 2008
Einen sehr lustigen Aufruf zu einer Demo am 01. Mai in Berlin, habe ich via Ivo Bozic gefunden:
Heraus zum Revolutionären Herrentag!
13 Uhr, O-Platz!- Aufruf zum Herrentagsblock auf der 1. Mai-Demo -
Der 1. Mai ist in diesem Jahr nicht nur der Kampftag der unterdrückten revolutionären Arbeitermassen dieser Welt, sondern gleichzeitig auch Herrentag. Anlass für uns, auf die zunehmende Unterdrückung und Ausgrenzung der alkoholabhängigen Penner und Proleten aufmerksam zu machen.
Die Herrschenden planen, den Alkoholverkauf an Tankstellen und Supermärkten einzuschränken, jugendliche Nachwuchstrinker werden stigmatisiert und vom Schweinesystem verfolgt, Bierbäuche und Alkoholfahnen sind zunehmend Einstellungshemmnis auf dem Arbeitsmarkt. Die Scheiß-Yuppies trinken den Proleten frech den Wodka weg. Schnapsleichen und Trinkercliquen sollen aus dem öffentlichen Stadtbild entfernt werden. Die Zehntausende, die jedes Jahr an Hunger sterben, werden von den Systemmedien umsatzsteigernd auf die Titelblätter gehievt, aber die ungezählten Massen, die verdursten, werden totgeschwiegen.Seit dem Massenaufstand 1987 in Kreuzberg steht die Revolutionäre 1. Mai-Demonstration vom Oranienplatz aus hin zum Bolle-Supermarkt für diese Vision: Nehmt euch die Getränke, die euch zustehen!
Wir fordern:
- Solidarität mit allen Schnapsdrosseln dieser Welt!
- Korn, Bier, Schnaps und Wein für alle, und zwar umsonst!
- Für das Selbstbedienungsrecht der Völker am Bierstand!
- Mehr Kohle für Bowle!
- Schwerter zu Korkenziehern!
- Keine Befreiung ohne Alkohol!
- Eine abgefüllte Welt ist möglich!
- Alkis, Sprittis, Saufkumpanen: AM 1. MAI 2008 IST EUER PLATZ BEI UNS!Bringt euren hübsch dekorierten Bollerwagen und ausreichend Bölkstoff mit!
Zur gesonderten Abschlusskundgebung versammeln wir uns am Harald-Juhnke-Platz. Es spielen: Das Bierbeben und “Lustprinzip & Friends”.
Treffpunkt: 13 Uhr, Oranienplatz, zwischen dem Maoisten- und dem Stalinistenblock.
Es ruft auf das Bündnis Revolutionärer Herrentag:
gruppe 8 promille, AG Saufen in der Linksjugend, Harald-Juhnke-Memorial-Komitee, Autonome Alkoholiker Wedding, Stadtteilgruppe „Neukölln bleibt feucht“, Alikohlische Rewollussionäre Aggssion Bählin (ARAB), Solide Abgefüllt 36, Deutsche Komatrinker Partei (DKP), IV. Internationale der Trotz- und Bierkisten, Verlag Neue Breitheit, Rotkäppchen-Antifa Bochum, Sangria-TOPF-Berlin, Rotwein Hilfe e.V., Cuba Rum Si!, Initiative gegen das Pfandflaschensystem, Randvoll Im Mai (RIM), SJD - Die Alkis, Lebertäres Forum, AG Gin-Killer, Helles Danke e.V., Sternburg-Brigade, Initiative „Nie wieder Durst!“, Bürgerbewegung Pro Kölsch, “Trinken, Koksen, Pillen/Mit Leidenschaft (TKP/ML)”, Mediaspree ersaufen, Alle Likörchen Bitte (ALB), ZK der besoffenen Landjugend.
Web 2.0 hat einen neuen Fan!
April 28, 2008
Auf dem Blog von Falk habe ich etwas lustiges gefunden, dass ich in voller Länge hier posten will:
Ratet mal wer folgendes gesagt hat:
Der amerikanische Vorwahlkampf zeigt recht gut, wie die Bewerber das World Wide Web erfolgreich nutzen, um potentielle Wähler zu erreichen. Vor allem Barack Obama gelingt es mit seinen Internet-Ansprachen und seiner Aktivität in virtuellen Netzwerken, die Aufmerksamkeit der amerikanischen Nutzer zu gewinnen. Seine Video-Ansprachen werden millionenfach zumeist von einem jüngeren Publikum abgerufen. Laut einer Studie haben bis Dezember 2007 etwa 40 Prozent der Amerikaner unter 30 Jahren online Reden, Werbespots, Interviews oder Debatten der Präsidentschaftskandidaten verfolgt. Inzwischen sind es sicherlich noch einige mehr geworden.
Insgesamt haben deutlich mehr junge Menschen vor allem an den Vorwahlen der Demokraten teilgenommen als beim letzten Mal. Das dürfte auch damit zu tun haben, dass es den Kandidaten eben gelingt, sie über das Medium Internet gezielt anzusprechen. Außerdem schafft das Internet ein hohes Maß an Transparenz. Jeder Bürger kann online einsehen, wer einem Kandidaten welche Summe für den Wahlkampf gespendet hat. Zusammen mit den im Internet veröffentlichten Steuererklärungen schafft das eine ziemlich wirkungsvolle Kontrolle der Einhaltung der Wahlkampffinanzierungsregelungen. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass das Internet Chancen für eine direkte und transparente Politik bietet.
Die digitale Revolution verändert unsere gesamte gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Ordnung in einem rasenden Tempo. Auch der Markt für Nachrichtenanbieter befindet sich in einem grundlegenden Wandel: Jeder kann im Internet kostengünstig und einfach eigene Inhalte publizieren und weltweit verbreiten. Neue Formen der Zusammenarbeit unter Bloggern machen thematisch vielfältig ausgerichtete Nachrichtenplattformen möglich. Die Zeitungen bekommen die Folgen der digitalen Revolution in Form eines härteren Wettbewerbs gerade um jüngere Zielgruppen zu spüren.
Qualitätsjournalismus besteht auch darin, mittels einer ausgewogenen Berichterstattung transparent zu machen, was Regel ist und was Ausnahme. Alles andere führt recht schnell zu Populismus. Ich weiß, dass das alles leichter gesagt als getan ist, zumal im Wettbewerb um das knappe Gut “Aufmerksamkeit” die reißerische oder skandalträchtige Information Startvorteile hat. Aber für die nachhaltige Zukunftssicherung freier Presse ist Qualitätssicherung gleichwohl aussichtsreicher.
Na, wer wars? Den Rest des Beitrags lesen »
Auf zum 01. Mai!
April 26, 2008
Am 01. Mai ist mal wieder viel los. Ich persönlich bin dieses Mal in Berlin. Beim Mayday geht es dieses Jahr um die Prekarisierung. Ein sehr schönes Mobilisierungsvideo gibt es auf youtube:
Der Aufruf ist hier zu finden:
http://maydayberlin.blogsport.de/aufruf/
Wer lieber in Rheinland-Pfalz demonstrieren will, in Kaiserslautern und Neustadt planen Neonazis Aufmärsche. Die GRÜNE JUGEND Rheinland-Pfalz unterstützt die Gegendemonstrantionen.
Neonazis haben einen Doppelaufmarsch für den kommenden Donnerstag, den 1. Mai in Kaiserslautern und Neustadt an der Weinstraße angemeldet. Treffpunkt für alle AntifaschistInnen ist um 10.00Uhr am Bahnhofsvorplatz in Kaiserslautern.
Der 1. Mai gehört den Linken!
Der 1. Mai erinnert an die Demonstrationen der Arbeiterbewegung in den USA und Australien im 19. Jahrhundert, die sich gegen ausbeuterische Arbeitsverhältnisse und hauptsächlich für den Achtstundentag richteten. In Deutschland verklärten die Nazis den Tag zum „Tag der nationalen Arbeit“. Doch den FaschistInnen von damals wie heute geht es eben nicht um einen Kampf für menschenwürdige Erwerbsarbeitsverhältnisse, die den ArbeiterInnen den nötigen Freiraum und die nötige Entlohnung zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit garantieren. Nach der faschistischen Ideologie soll der/die ArbeiterIn nämlich nur in seiner/ihrer Arbeit vollends aufgehen, um mit dieser Arbeit einen mächtigen und kriegerischen Staat zu stützen.
Wir lassen uns nicht einschüchtern!
Offenbar als Antwort auf die ständige Präsenz der GRÜNEN JUGEND RLP auf Neonazidemonstrationen hat die NPD letztes Jahr eine Kampagne gegen unser Sommercamp in Hauenstein gefahren und Schiffsbruch erlitten. Ihr verleumderisches Flugblatt konnten wir per gerichtlicher Verfügung stoppen und ihre kümmerliche Kundgebung in Hauenstein wurde von über 120 GegendemonstrantInnen niedergejubelt. Wir lassen uns nicht einschüchtern und werden dies in Kaiserslautern und Neustadt wieder unter Beweis stellen.
Alerta, alerta Antifascista!
FaschistInnen, die den Grundkonsens der Demokratie aufgekündigt haben, haben moralisch nicht das Recht, genau jene demokratischen Rechte, die sie abschaffen wollen, wie zum Beispiel die Demonstrationsfreiheit, widerstandslos für sich zu reklamieren. Die GRÜNE JUGEND RLP nimmt die zunehmend größere Gefahr von rechtsradikalen Strömungen wahr. Traditionen des Faschismus wie Sozialmasochismus bzw. Sadismus, Geschichtsrevisionismus, Antisemitismus und Rassismus fallen in allen Ländern, insbesondere in Deutschland auf fruchtbaren Boden. Faschistische Agitationen in der Öffentlichkeit sind daher brandgefährlich und müssen verhindert werden
So werden wir auch in Kaiserslautern und in Neustadt versuchen, den Naziaufmarsch mit den friedlichen und kreativen Mitteln zivilen Ungehorsams zu ver- oder zumindest zu behindern.
Wir treffen uns in Kaiserslautern um 10.00Uhr an der Südseite des Bahnhofs und in Neustadt zu einem sinnvollen Zeitpunkt am Rathausplatz. Wir rufen alle AntifaschistInnen auf, sich mit uns gemeinsam den Nazis in den Weg zu stellen!
Wenn du mit uns mitdemonstrieren möchtest oder noch Fragen hast, melde dich am besten bei lavo [at] gj-rlp.de
Wichtige Links:
Demoratgeber der GRÜNEN JUGEND
Die “sogenannte Intelligenz”
April 26, 2008
Eine Freundin von mir arbeitet gerade an ihrer Facharbeit zum Schwerpunkt “Demokratische Erziehung”. Dabei ist sie auf einen wunderbaren Satz von Albert Einstein gestoßen, der absolut das Bildungsverständnis des deutschen Schulsystems beschreibt. Der Satz stammt übrigens aus dem Text “Warum Krieg” von 1932 und ist eine Korrespondenz mit Siegmund Freud.
Nach meinen Lebenserfahrungen ist es vielmehr die “sogenannte Intelligenz”, welche den verhängnisvollen Massensuggestionen am leichtesten unterliegt, weil sie nicht unmittelbar aus dem Erleben zu schöpfen pflegt, sondern auf dem Weg über das bedruckte Papier am bequemsten und vollständigsten zu erfassen ist.”
Skurriles und Absurdes
April 25, 2008
Noch zwei nette Bilder Fundstücke, die ich im Internet gefunden habe.
Das erste ist vom BILDblog und ist ein Eigenbeitrag zur aktuellen Werbekampagne der BILD-Zeitung.
Das zweite, sehr skurrile Bild, habe ich via Sven Scholz gefunden. Hat man wirklich schon das hier vergessen?
Stoiber erklärt: Der Gesundheitsfonds
April 25, 2008
Vielleicht fragen sie ja manche warum sich die Große Koalition derzeit so energisch um die 100 Millionen Euro Grenze beim Gesundheitsfonds streitet. Kein Problem. Edmund Stoiber hat hierzu am 05. Oktober 2006 folgendes erklärt:
“Wir haben uns auch vereinbart, dass letzten Endes es eine Konvergenzphase
gibt, das heißt, das Land, das den höchsten Betrag hat, den es nicht mehr
zur Verfügung hat, das heißt, das - gemessen an der heutigen Situation - am
wenigsten aus dem Fonds zurückbekommt und damit den größten Ausfall hat,
das ist sozusagen unser Maßstab.
Und das geht nicht von heute auf morgen, dass die also jetzt letzten Endes
auf denselben Standard wie alle kommen müssen, sondern das geht in
Jahresschritten. 100 Millionen müssen sie pro Jahr letzten Endes schultern,
müssen sie reduzieren. Das heißt, wenn sie also, nehmen wir mal, eine
Milliarde Euro letztendlich weniger haben, als sie heute haben, dann geht
das nicht auf einen Schritt, sondern geht das praktisch in zehn Jahren.
Und das ist natürlich eine Lösung, der ich nur gerne zugestimmt habe. Und
ich glaube, dass das insgesamt natürlich auch eine ganz große Befriedung
bedeuten wird, weil wir damit letzten Endes das ärztliche Niveau in den
jeweiligen Ländern, also auch dort, wo es vielleicht ein höheres Niveau
gibt, können wir natürlich halten. ”
Polizei übt “Krawall und Remmidemmi”
April 25, 2008
Die Polizei probt den Ernstfall. In der Nähe von Oldenburg nahmen 1500 Polizisten an einer Übung teil, um sich auf die kommenden Demonstrationen in diesem Jahr vorzubereiten (laut Polzei PR: ein “anspruchsvolles Übungsszenario”). Einige der Polizisten durften dabei in die Rolle der Demonstranten schlüpfen. Im Vorfeld hatten diese genaustens die Polizeibänder des G8-Gipfels und der Castor Transporte analysiert, damit sie auch eine ernstzunehmende und realistische “Demonstranten-Meute” nachspielen konnten.
Sehr schön war vor allem die realitätsnahe Übernahme von Demonstranten-Klischees. So traten die Polizisten auch als “Clowns-Army” auf, bewaffnet mit Deutschland-Flaggen.
Ein Polizist meinte am Rande der Übung:
»Ich lasse politisch nichts an mich ran, nichts von rechts, nichts von links«, meinte der Mann, der seit einem halben Jahr in einer norddeutschen Bereitschaft Dienst verrichtet. »Sonst«, so meint er, »kann man den Job nicht machen.« Ein Hubschrauber kreiste, im Hintergrund tauchte schweres Gerät auf.
Kein Wunder! “Hirn raus-Helm auf!” Man muss als Polizist ja auch nicht selbstständig politisch denken. Das können ruhig Schäuble, Beckstein und Co. übernehmen.
Weitere Quellen:
http://de.indymedia.org/2008/04/214520.shtml
http://www.nord-west-media.de/index.php?id=2492
http://bloeser.blogspot.com/2008/04/clowns-army-reloaded.html
http://aamst.blogsport.de/2008/04/24/grossuebung-zum-polizeilichen-ernstfall/





