Neue Einnahmequelle für NRW Bank
Die NRW Bank wird so schnell wohl keine Probleme bekommen, wie sie die bayrische Landesbank hatte.
Wie man der heutigen Financial Times entnehmen kann „hortet die NRW Bank Beiträge aus Studiengebühren, um ihre Kredite abzusichern.“ StudienvertreterInnen hatten ja schon immer davor gewarnt, dass die Gebühren auch immense Begehrlichkeiten aus der Wirtschaft wecken würden. Die GebührenbefürworterInnen hatten immer dagegen gehalten, dass die Gebühren einzig und allein den Studierenden zugute kommen würden. Das Studium sei damit eine private Investition in die persönliche Zukunft.
Denkste!
Die Landesbank von Nordrhein-Westfalen hat etwas, das viele andere Banken derzeit auch gern hätten: Geld. Eingezahlt von den Studierenden im Land. Aus den Studiengebühren, die seit dem Wintersemester 2006 erhoben werden, fließen jährlich mindestens 46 Mio. Euro an die NRW-Bank. Damit sichert die Bank das Ausfallrisiko ihrer Studienbeitragskredite ab. 18 Prozent müssen die Hochschulen derzeit aus dem Gebührenaufkommen aller Studenten an den Ausfallfonds abführen – so viel wie in keinem anderen Bundesland.
Eine bislang unveröffentlichte Studie des Dortmunder Ökonomen Andreas Hoffjan, die der FTD vorliegt, zeigt nun: Das ist deutlich zu viel. Nach Berechnungen des Controllingprofessors würde eine Abgabe von 13 Prozent ausreichen. „Der Fonds sichert derzeit Risiken zu vollkommen übertriebenen 200 Prozent ab“, kritisiert Hoffjan, „selbst wenn alle Studierenden, die ein Beitragsdarlehen erhalten, dieses nicht zurückzahlen könnten, würde gerade mal die Hälfte des Fondsvermögens angetastet.“
Das Geld wird angelegt, aber die Studis sehen davon nichts. Alle sidn natürlich ungeheur empört und sagen dann derlei Dinge:
Die NRW-Bank soll deshalb mit dem Geld von Studierenden ihr Zinsniveau stützen. Rektor Metzner ist empört: „Hier sollen Kreditzinsen subventioniert werden – das ist wettbewerbsrechtlich bedenklich, weil Mittel, die öffentliche Hochschulen erheben, dazu verwendet werden, die Kredite eines einzelnen Anbieters, der NRW-Bank, zu verbilligen.“ Eine solche Quersubventionierung der Darlehen hätte zudem „ordnungspolitische Konsequenzen“, sagt Ökonom Hoffjan: „Private Anbieter könnten aus dem Markt für Studienfinanzierung verdrängt werden.“ Die Sprecherin einer großen Privatbank ist darüber schon jetzt erbost: „Das ist ganz klar wettbewerbsverzerrend.“
Auf die Idee, dass Bildung und Wettbewerb nichts miteinander zu tun haben, kommen die lieben VertreterInnen aus Politik, Wirtschaft und Forschung aber nicht. Es gibt keine sozialverträglichen Studiengebühren. Das zeigt das Beispiel NRW Bank nur wieder zu deutlich- politische Konsequenzen? Fehlanzeige!
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Tags: NRW Bank, Studiengebühren
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