Freedom

Mai 29, 2008

“go to work, send your kids to school
follow fashion, act normal
walk on the pavements, watch T.V.
save for your old age, obey the law
Repeat after me: I am free”

Bild via Flickr

Grade keine Ahnung was ich bloggen soll. Deshalb mal ein nettes Video:

Manchmal habe ich Phasen in meinem Leben, wo ich ein riesiges Bedürfnis habe zu lesen. Und dann lese ich am liebsten Haruki Murakami. Letzte Woche hatte ich schon wieder so eine Phase gehabt und mir im Buchladen “Gefährliche Geliebte” gekauft. Vier Stunden später war ich mit dem 200-Seiten Buch durch. Also wieder in die Buchhandlung. Was jetzt? Wie wäre es mit “Mister Aufziehvogel”. Das hat wenigstens 700 Seiten und verspricht mich noch länger an das Buch zu fesseln. Nach zwei Tagen bin ich schon auf der 450 Seite. Ich glaube solche Leseerlebnisse habe ich bisher bei noch keinem Autor verspürt.

Letztes Jahr im Dezember fiel mir “Kafka am Strand” in die Hände (Rezension von Spon gibt es hier).

Ein Blogger schreibt über Kafka am Strand:

Wie in einem Labyrinth führen die Wege dieser Personen zur Mitte hin, auf einander zu. Aber wo endet diese Reise voller rätselhafter Begegnungen? Was wird sich in dieser Welt zwischen Traum und Wirklichkeit finden?
Kafka am Strand ist ein modernes Märchen - voller Magie und Weisheit.

Ich weiss nicht wie, aber Murakami schafft es einfach in der normalen Welt wunderbare Parallelwelten zu erschaffen. Bei ihm wird die Ausnahme zur Norm und man weiss nie, ob seine Protagonisten träumen oder alles wirklich erleben.
Murakami ist Weltbürger. Seine Bücher verbinden die Kulturen und lassen erahnen, dass es in der globalisierten Welt tatsächlich so etwas wie eine Weltkultur zu geben scheint, die sowohl in New York, als auch in Berlin oder Tokyo gleich ist.

Der Schwarzwälder Bote schreibt ganz richtig:

Wer Murakami liest, stürzt sich in die Fieberträume von Durchschnittstypen. Die Helden in seinen Romanen („Wilde Schafsjagd“, „Mister Aufziehvogel“) bewegen sich oft zwischen Realität und geheimnisvollem Paralleluniversum, auf Meta-Ebenen mit doppeltem Boden.

Wenn man seine Bücher liest, dann taucht man in das Buch wirklich hinein. Die Bücher enden meistens auch absolut unkonventionell und lassen dich noch Tage danach darüber nachdenken, was der Autor einem eigentlich mitteilen wollte. Ich bin zu schnell mit seinen Büchern durch, aber Gott sei Dank war Murakami ein fleißiger Autor und es gibt noch einige Bücher von ihm, die auf meiner Wunschliste stehen.

Jetzt hat Murakami ein ganz persönliches Buch herausgegeben. Ein Buch über das Laufen. Denn er sagt selber, dass die meisten seiner Geschichten ihm beim Laufen eingefallen sind. Ich habe es noch nicht gelesen, bin aber gespannt, wie ein persönliches Buch von ihm sich liest.

Saubereingeschenkt ist begeistert:

Er mischt Aufschriebe über seine Leidenschaft zum Laufen mit persönlichen Einblicken in sein Leben und seinen Empfindungen über das Schreiben. Wieso er Schriftsteller und Läufer wurde, was beides verbindet und welche Ziele er sich gesetzt hat, sind nur zwei Dinge die der Leser erfährt.

Die Freude beginnt bereits beim Anblick des Buchs. Selten habe ich ein so harmonisch abgestimmtes Cover gesehen. Allein das Buch in die Hand zu nehmen und aufzuschlagen macht Spaß.

Das Cover ist wirklich sehr schön, wie man hier sehen kann:

Auf Spiegel Online gibt es zu dem neuen Buch auch ein sehr tolles Interview (auf Englisch).

Ich meine: Gebt diesem Mann den Nobelpreis! Er ist der Autor unserer modernen Zeit!
Wer sonst schafft es, dass sich das Literarische Quartett komplett verfeindet :)
Tatsächlich verließ Sigrid Löffler das Quartett nach einem Streit über das Buch “Gefährliche Geliebte”. Ich gebe Ranicki recht: Löffler hat das Buch überhaupt nicht verstanden. Zum Abschluss noch das Video der Sendung von Youtube:

Endlich komme ich dazu über den Bundeskongress der GRÜNEN JUGEND zu bloggen, der gestern in Bonn zu Ende gegangen ist. Es war ein wirklich ziemlich schönes Wochenende, aber alles der Reihe nach.

Am Freitag war ich schon ziemlich früh in Bonn, um an der Aktion gegen Biopiraterie mitzuwirken. Wir trafen uns mit Aktivisten des buko und dem Netzwerk Freies Wissen in einem Hinterhof und bastelten dort Copyright und Paragraphen Schilder. Vor allem das Patentmonster, was kurz zum Einsatz kam, war sehr gelungen. Den Rest des Beitrags lesen »

Im August diesen Jahres findet das Klima Camp 2008 in Hamburg (in der Nähe vom geplanten Kohlekraftwerksort Moorburg) statt. Die Idee für das Camp entstand u.a. auf den Perspektiventagen im Januar diesen Jahres.

Hier ein Auszug aus dem Aufruf:

Das Klimacamp ist der Ort, wo wir uns gegenseitig informieren und miteinander über andere Verhältnisse von Gesellschaft und Natur diskutieren. Es geht um spektrenübergreifend Strategien und Positionen für eine Klimabewegung. Mit dem Klimacamp gehen wir auf der Suche nach Widerstandsformen gegen die CO2-Ökonomie – auch im Alltag. Um das Klima zu verändern braucht es entschlossene Aktionen. Dazu gehören große und kleine ungehorsame Aktionen. Das Klimacamp ist eines von vielen und vernetzt mit Camps in Australien, Neuseeland, USA, Großbritannien und Schweden.

Unsere Zelte werden wir in Hamburg aufschlagen, in der größten Hafenstadt in Deutschland, dem meist frequentierten Logistik- Knotenpunkt von Schiffs- und Straßenverkehr. Dazu gehört auch der größte Kohlehafen, wo Nachschub aus Australien, Indonesien und Kolumbien für hiesige Kraftwerke und Industrien angelandet wird. Archer Daniels Midland betreibt in Hamburg eine der großen Agrodieselfabriken. Der Energiekonzern Vattenfall steuert von dort aus Atom- und Kohlekraftwerke. Zudem wird parallel ein antirassistisches Camp stattfinden, das u.a. den Hamburger Charter-Abschiebe-Flughafen zum Aktionsziel macht. Die Vorbereitungsprozesse beider Camps werden so aufeinander abgestimmt, dass die Potentiale der Mobilisierungen best möglichst zur Geltung kommen.

Das Camp wird u.a. von attac, der GRÜNEN JUGEND, buko, solid etc. vorbereitet. Die Homepage zum Camp findet ihr hier.

Im Jahr 2006 gab es übrigens schonmal ein Klimacamp, damals jedoch in Drax (England). Mittlerweile gibt es eine 62min Doku über das Camp. Einen kleinen Einblick gibt es auf youtube:

(Grafik: extra 3)

Am 17. Januar war Renate Künast, Fraktionsvoristzende der Grünen im Bundestag, zu Gast in der Sendung extra3 mit Tobi Schlegl. Wohlgemerkt: zu diesem Zeitpunkt waren die Landtagswahlen in Hessen, Niedersachsen und Hamburg noch nicht beendet.

Natürlich wurde auch über Koalitionen gesprochen. Tobi Schlegl wollte mit Renate Künast darüber wetten, dass es in den nächsten zwei Jahren auf Landesebene keine schwarz-grüne Koalition geben würde. Renate Künast war sich sicher: schwarz-grün ist unmöglich! Heute wissen wir ja alles besser :)

Renates Wetteinsatz war übrigens, dass sie eine Führung durch das Konrad-Adenauer Haus leiten müsste, die Parteitzentrale der CDU. Hier übrigens der Beweis (der Bierdeckel auf dem Schlegl und Künast unterschrieben haben):

Nunja. Tobi Schlegl hat die Wette nicht vergessen und Renate auch fix bei den Grünen besucht. Nach kurzem Zögern willigte sie ein die Führung zu machen. Nur die CDU will nicht. Lediglich der Fraktionsvitze Wolfgang Bosbach würde Frau Künast in die CDU entrale rein lassen, um eine Führung zu machen.

Deshalb hat extra3 jetzt eine Mail Aktion gestartet! Macht alle mit! Schickt folgende Mail an die CDU:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich mich für ein Informationsgespräch mit einem Experten in der CDU-Zentrale inklusive kurzer Darstellung der Architektur des Konrad-Adenauer-Hauses und Besichtigung des Wintergartens anmelden. Als Expertin und Gesprächsteilnehmerin bitte ich um Renate Künast, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im deutschen Bundestag.

Es wäre schön, wenn Sie mir für diese Veranstaltung einen Platz reservieren könnten. Anreise organisiere ich selbstverständlich selbst.

Mit freundlichen Grüßen

Die Mail müsst ihr an besucherdienst@cdu.de schicken. Die extra3 Redaktion würde sich auch gerne über die Antworten der CDU freuen. Wenn ihr also eine Mail zurück erhaltet, einfach an extra3@ndr.de weiterleiten.

Weitere Blogs, die sich der Aktion angeschlossen haben:
* Julia Seeliger
* Paula Riester

Bündnis 90/Die Grünen haben gestern ihren 15 jährigen Geburtstag gefeiert. 1993 fand in Leipzig die Vereinigung der beiden Parteien “Die Grünen” und Bündnis 90 statt. Anlässlich der Feier hielt das Gründungsmitglied Werner Schulz eine Rede:

Heute findet sich auf Spiegel Online ein Artikel über die heftigen Grabenkämpfe, die die Linkspartei auf ihrem Parteitag in Cottbus auszufechten hat. Vor allem die Positionierung zu Israel hat heftige Gräben in der Partei verursacht. In der Linken finden sich auf der einen Seite, gerade unter den jüngeren Mitgliedern, starke antideutsche Tendenzen, die sich solidarisch mit Israel zeigen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch äktere Genossen, wie Norman Paech, die immer noch ihr antiimperialistisches Weltbild aufrecht erhalten wollen.

Ausgelöst wurde der mediale Streit durch zwei Vorkommnisse:

1. Die Kritik des BAK Shalom der Linksjugend an einer Rede von Norman Paech. Benjamin Krüger, der Sprecher des BAK Shalom, hatte Paech zu Recht wegen seines Antizionismus kritisiert.

2. Eine wirklich gute Rede von Gregor Gysi auf einer Tagung der Rosa-Luxembourg Stiftung. Hier ein kleiner Auszug:

Für diese Tendenz zur einseitigen Parteinahme, bevor Konfliktbeschreibungen stattfinden, gibt es eine Reihe von Gründen. Antiimperialistische Theorien, die die Politik Israels als die eines aggressiven Imperialismus interpretieren und kritisieren. Dann ein eher freundliches Bild vom demokratischen Israel, das den Kontrast zu den wesentlich autoritär geprägten Nachbargesellschaften plastisch darstellt. Schließlich die Einfühlung in das Leiden insbesondere der palästinensischen Bevölkerung, und die Kritik an den Demokratiedefiziten Israels, die durch den Krieg gewiss nicht behoben werden, sich im Gegenteil durch ihn vertiefen. Dann muss leidenschaftlich Einspruch erhoben werden gegen die Tendenz, die Opfer des Terrors in der israelischen Gesellschaft aus dem Bewusstsein zu drängen; aber auch das ideologische Pendant zur antiimperialistischen Kritik, die so genannten „Antideutschen“, deren Hauptfeind ein sich unkenntlich machender Antisemitismus ist. Dieses bunte Durcheinander an Motiven bildet dann schon so etwas wie den matten Abglanz der Kompliziertheit einer Konfliktbeschreibung.

Sebi Brux meint zu dem Streit in der Linkspartei:

Nun sind die Trolle in der Partei geweckt und es beginnt eine bitter notwendige Debatte innerhalb der Linken um Israel, den Antizionismus und offenen Antisemitismus in der Partei.

Da gebe ich ihm zu 100% Recht. Es wäre ein guter Schritt, wenn sich die Linkspartei endlich von ihrem unsäglichen Antizionismus und ihrer einseitig geprägten Kapitalismuskritik trennt und somit auch einen Teil des SED Erbes begräbt. Dann könnte man auch langsam außenpolitisch mit der Linkspartei zusammen arbeiten.

Apple Bulimie

Mai 8, 2008

Wer hätte gedacht, dass das neue Macbook Air solche Reaktionen auslösen würde :)