Gebt diesem Mann den Nobelpreis!
Manchmal habe ich Phasen in meinem Leben, wo ich ein riesiges Bedürfnis habe zu lesen. Und dann lese ich am liebsten Haruki Murakami. Letzte Woche hatte ich schon wieder so eine Phase gehabt und mir im Buchladen „Gefährliche Geliebte“ gekauft. Vier Stunden später war ich mit dem 200-Seiten Buch durch. Also wieder in die Buchhandlung. Was jetzt? Wie wäre es mit „Mister Aufziehvogel“. Das hat wenigstens 700 Seiten und verspricht mich noch länger an das Buch zu fesseln. Nach zwei Tagen bin ich schon auf der 450 Seite. Ich glaube solche Leseerlebnisse habe ich bisher bei noch keinem Autor verspürt.
Letztes Jahr im Dezember fiel mir „Kafka am Strand“ in die Hände (Rezension von Spon gibt es hier).
Ein Blogger schreibt über Kafka am Strand:
Wie in einem Labyrinth führen die Wege dieser Personen zur Mitte hin, auf einander zu. Aber wo endet diese Reise voller rätselhafter Begegnungen? Was wird sich in dieser Welt zwischen Traum und Wirklichkeit finden?
Kafka am Strand ist ein modernes Märchen – voller Magie und Weisheit.
Ich weiss nicht wie, aber Murakami schafft es einfach in der normalen Welt wunderbare Parallelwelten zu erschaffen. Bei ihm wird die Ausnahme zur Norm und man weiss nie, ob seine Protagonisten träumen oder alles wirklich erleben.
Murakami ist Weltbürger. Seine Bücher verbinden die Kulturen und lassen erahnen, dass es in der globalisierten Welt tatsächlich so etwas wie eine Weltkultur zu geben scheint, die sowohl in New York, als auch in Berlin oder Tokyo gleich ist.
Der Schwarzwälder Bote schreibt ganz richtig:
Wer Murakami liest, stürzt sich in die Fieberträume von Durchschnittstypen. Die Helden in seinen Romanen („Wilde Schafsjagd“, „Mister Aufziehvogel“) bewegen sich oft zwischen Realität und geheimnisvollem Paralleluniversum, auf Meta-Ebenen mit doppeltem Boden.
Wenn man seine Bücher liest, dann taucht man in das Buch wirklich hinein. Die Bücher enden meistens auch absolut unkonventionell und lassen dich noch Tage danach darüber nachdenken, was der Autor einem eigentlich mitteilen wollte. Ich bin zu schnell mit seinen Büchern durch, aber Gott sei Dank war Murakami ein fleißiger Autor und es gibt noch einige Bücher von ihm, die auf meiner Wunschliste stehen.
Jetzt hat Murakami ein ganz persönliches Buch herausgegeben. Ein Buch über das Laufen. Denn er sagt selber, dass die meisten seiner Geschichten ihm beim Laufen eingefallen sind. Ich habe es noch nicht gelesen, bin aber gespannt, wie ein persönliches Buch von ihm sich liest.
Saubereingeschenkt ist begeistert:
Er mischt Aufschriebe über seine Leidenschaft zum Laufen mit persönlichen Einblicken in sein Leben und seinen Empfindungen über das Schreiben. Wieso er Schriftsteller und Läufer wurde, was beides verbindet und welche Ziele er sich gesetzt hat, sind nur zwei Dinge die der Leser erfährt.
Die Freude beginnt bereits beim Anblick des Buchs. Selten habe ich ein so harmonisch abgestimmtes Cover gesehen. Allein das Buch in die Hand zu nehmen und aufzuschlagen macht Spaß.
Das Cover ist wirklich sehr schön, wie man hier sehen kann:

Auf Spiegel Online gibt es zu dem neuen Buch auch ein sehr tolles Interview (auf Englisch).
Ich meine: Gebt diesem Mann den Nobelpreis! Er ist der Autor unserer modernen Zeit!
Wer sonst schafft es, dass sich das Literarische Quartett komplett verfeindet ![]()
Tatsächlich verließ Sigrid Löffler das Quartett nach einem Streit über das Buch „Gefährliche Geliebte“. Ich gebe Ranicki recht: Löffler hat das Buch überhaupt nicht verstanden. Zum Abschluss noch das Video der Sendung von Youtube:
Filed under: Anhalter, Bücher | 5 Comments
Tags: Bücher, Gefährliche Geliebte, Haruki Murakami, Japan, Kafka am Strand, Mister Aufziehvogel, Nobelpreis, Tokyo

hab „frosch rettet tokio“ gelesen und muss sagen, der typ ist wirklich klasse:) mein kopfkino spielte sogar mangabilder dazu ab
hab das buch
zwar erst ein paar seiten gelesen
aber der stil des autors macht spaß auf mehr davon
Ist das nicht der typ der „Hard boiled…“ geschrieben hat?
Hallo, das Video wurde auf YouTube gelöscht.
Habe aber ein anderes mit der selben Sendung gefunden:
http://www.youtube.com/watch?v=sWk25aCjRnQ
Gefährliche Geliebte ist eines seiner besten Bücher, fast noch besser als Naokos Lächeln.
Er hat den Nobelpreis wirklich verdient.