Facebook verklagt StudiVz
Bild via Flickr (Anmerkung: der User hat hierbei das Interface von Facebook für StudiVz genutzt)
Das war ja nur eine Frage der Zeit. Facebook verklagt StudiVz wegen Ideenklau. Und das auch noch vor einem kalifornischen Gericht, die ja bekannt dafür sind, dass die Prozesse besonders kostenintensiv sind und die Urteile meistens sehr hoch ausfallen. Auch wenn StudiVz gewinnt, wird der Prozess also dennoch enorm hohe Summen verschlingen.
Laut Facebook muss StudiVz damit aufhören „look, feel, features and services“ von Facebook zu kopieren.
Facebook-Justiziar Sam O´Rourke bekräftigte die Notwendigkeit, gegen StudiVZ gerichtlich vorzugehen: „Wir haben viel in die Technik und das Design investiert und glauben fest daran, dass unser Erfolg maßgeblich mit unserem einmaligen Erscheinungsbild und dem ´Look and Feel´ von Website und Nutzeroberfläche zusammenhängt“, sagte er der „Financial Times“. Facebook wolle die illegalen Aktivitäten von StudiVZ beenden, um User nicht zu verwirren und Facebooks Ansehen nicht zu schaden.
Die Klage wurde zuerst von der Financial Times aufgegriffen, die schreibt:
Facebook said it was „seeking to end StudiVZ’s illegal activity to ensure that users are not confused and that Facebook’s reputation remains unharmed“.
Die immense Ähnlichkeit zwischen StudiVz und Facebook ist schon lange bekannt. Viele werden sich also fragen warum Facebook erst jetzt rechtliche Schritte einleitet. Nun, Facebook ist lange daran interessiert StudiVz von Holtzbrinck abzukaufen, jedoch bis lange ohne Erfolg. Zudem startete Facebook erst vor kurzem mit einem deutschen Ableger, der aber bisher nicht an StudiVz heranreicht. Facebook versucht nun also juristischen Druck aufzubauen und so vielleicht die Eigentümer von StudiVz zu „überzeugen“ die Social Community doch noch zu verkaufen.
Der Plagiatismus von StudiVz ist ja auch nicht von der Hand zu weisen. Auf gulli heißt es:
Laut Anklage wird gefordert, dass StudiVZ
„die illegalen Aktivitäten beendet um sicherzustellen, dass die Benutzer nicht verwirrt werden und dass der Ruf Facebooks unbeschädigt bleibt.“
StudiVZ LogoDie letzte Äußerung kann man, wenn man will, auf die zahlreichen Skandale in Sachen Datenschutz und Verhalten der Betreiber beziehen, welche insbesondere Ende 2006 von der deutschen Blogosphäre aufgedeckt wurden. Der Imageschaden war seinerzeit immens. Die Plagiatsvorwürfe kommen nun ebenso wenig überraschend. In Anfangszeiten von StudiVZ waren selbst Dateinamen im System mit denen von Facebook identisch. Die bekannte „Gruschel“-Funktion etwa wurde mit einem Script namens poke.php aufgerufen, wobei „Poking“ (Anstupsen) das Facebook-Pendant zum Gruscheln ist. Auch fand sich im System ein StyleSheet mit dem Namen myfb.css, fb ist mit größter Wahrscheinlichkeit ein Hinweis auf die ursprüngliche Herkunft der Datei.
Der Prozess könnte ja auch zu einem Präzedenzfall in Bezug auf Plagiatismus im Web 2.0 werden und egal wie er ausgeht: StudiVz wird einige schmerzhafte Narben behalten.
Hier sieht man übrigens eine sehr frühe StudiVz Seite. Dies zeigt zumindestens mal das StudiVz sein HTML und CSS mit Hilfe von Facebook erstellt hat.
Guckt man heute auf verschiedene Blognews Seiten, dann ist die Nachricht schon eingeschlagen wie eine Bombe.
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