Die Leute von netzpolitik.org haben neun Monate vor der Bundestagswahl 2009 eine recht interessante Analyse vorgenommen: die Internetpräsenzen von PolitikerInnen. In einer Zeit, wo Jugendliche, wenn sie sich politisch informieren wollen, einfach den Abgeordneten ihres Vertrauens bei google suchen, sollten PolitikerInnen doch auf ihre Seiten im Internet achten. Denkste! Viele Bundestagsabgeordnete haben miserable Seiten mit noch schrecklicheren Inhalten. Bei Netzpolitik kann man auch selber abstimmen, welche drei Seiten Politiker-Seiten die besten von GESTERN sind. Übrigens haben es nur PolitikerInnen von SPD und CDU in die Analyse geschafft, bei den Volksparteien hinken doch noch einige ziemlich weit der Zeit hinterher.

Ich stelle mal im Folgenden meine drei Favoriten vor.

Auf Platz 3: Ernst Kranz (SPD)
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Wann hat dieser Mensch eigentlich das letzte Mal seine Seite auf den neuesten technischen Stand gebracht? Okay, derzeit begrüßt er uns noch mit netten Weihnachtswünschen, das ausgesuchte Bild mit den grauen Tannenbäumen wirkt aber eher depressiv als aufmunternd und soll uns wohl auf die drohende Wirtschaftskrise vorbereiten.
Aber was kommt dann? Die Navigationsleiste ist rechts! Wann gab es so etwas schonmal? Erstmal ziemlich gewöhnungsbedürftig. Außerdem sorgt die Hintergrundgrafik mit den tausenden Bundesadlern für nervigen Augenkrebs. Klickt man dann auf Aktuelles wandelt sich die Hintergrundgrafik in ein unschönes Rosa und eine mächtige Bleiwüste an Text erscheint, der so gar nicht Lust darauf macht weiterzulesen. Und bei seiner Bildergallerie findet sich eine vollkommen unzeitgemäße Zusammenstellung der Bilder. Nein Herr Kranz, das sieht alles wirklich nicht schön aus.

Auf Platz 2: Marcus Weinberg (CDU)
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Wenn man Marcus Weinbergs Seite besucht, dann schießt einem das Gesicht des CDU Politikers aus allen Ecken seiner Homepage entgegen. Ist dieser Mann einfach zu selbstverliebt oder möchte er nur der ganzen Welt zeigen, dass auch CDUler breit grinsen können? Versucht man auf der rechten Seite von Weinbergs Seite in der Navigationsbar herumzusurfen, wird man erstmal schier verrückt. Ständig ändert sich die Grafik und man klickt auf die falschen Buttons. Um auf seiner Seite verschiedene Unterkategorien anzuwählen muss man unendlich viele graue Buttons drücken, die in seltsamen geometrischen Formen angeordnet sind.
Ganz schrecklich ist es vor allem dann, wenn PolitikerInnen einfach aus Prinzip das Internet nutzen wollen, um bürgerfreundlicher zu erscheinen. So nutzt Weinberg auch Politik TV (rechts auf seiner Seite zu finden). Er in seinen Videos vor einer Bücherwand (ja, er kann lesen) und erzählt in einem gelangweilten Ton langweilige Einzelheiten über langweilige Themen. Was man ihm zugute halten muss: seine Seite ist recht aktuell und das hebt ihn dann doch von vielen anderen Kollegen erfreulich ab.

Und auf Platz 1: Paul Lehrieder von der CSU
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Okay, es ist nicht originell die CSU unmodern zu nennen, aber Paul Lehrieders Seite ist doch schon etwas für sich.
Zuerst wird mein Blick abgelenkt von einem Javascript-Laufband (war das nicht mal in den 90ern angesagt), welches von rechts nach links läuft und Lehrieders Motto verkündet:
„Nicht von, sondern für Politik leben.“
Aha. Interessant. Macht ihn ja direkt symphatisch oder so. Als nächstes fallen die absolut verpixelten Bilder im oberen Teil der Seite auf, die an längst vergangene Reisetouristikführer erinnern.
Lehrieders Seite hat dann auch zwei verschiedene Felder, eines für seine Ansprache an die BürgerInnen und eines für die Navigationsleiste (wenigstens ist die links und nicht rechts angesiedelt wie bei Kranz).
Wenn man sich weiter durch seine Seite durchklickt, fällt sofort nervig auf, dass die Inhalte der Seite niemals komplett zu sehen sind. Bei „Wahlkreis“ findet sich eine Karte von der Region Würzburg, aber diese kann immer nur zu einem kleinen Teil angeguckt werden, man muss ständig runterscrollen. Ein Problem, welches sich durch alle Unterseiten seiner Homepage hindurchzieht und dafür landet er bei mir auf Platz 1 der besten Politiker-Websiten von GESTERN.

Übrigens fällt schon auf, dass auf jeder CDU/CSU Homepage groß die Deutschland Flagge rumblinkt. Ja wir wissen es, ihr liebt Deutschland.

Welche Politikerwebsite finde ich eigentlich wirklich (!) am Besten? Volker Becks Webauftritt ist meiner Meinung nach recht ansprechend. Grafisch minimalistisch, immer aktuell und er benutzt intelligent Web 2.0 Tools a la Twitter oder Facebook. Vielleicht schauen sich andere Abgeordnete bei ihm ein paar Ideen ab, schaden kann es ihnen angesichts alter HTML-Bleiwüsten sicherlich nicht.



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