Das Zitat hat mir meine Freundin zugesendet. Ich finde es passt sehr gut zu dem Konflikt!

„Israel und Palästina sind beides Flüchtlingslager. Und beide Flüchtlingslager prallen aufeinander. Israel und Palästina sind beide von Europa unterdrückt worden. Palästina durch den Imperialismus. Israel durch Massenmord. Nun denkt man ja, wenn zwei von einem unterdrückt werden, schließen sie sich zusammen. Aber das ist nicht immer so! Werden zwei Kinder von ihrem Vater grausam behandelt, heißt das noch lange nicht, dass sie sich zusammen gegen ihn wenden. Das ist nur bei Brecht so. Wo alle sich gemeinsam erheben und für ein gemeinsames Ziel kämpfen. Nein, beide Kinder sehen in dem Anderen den Unterdrücker. Das eine Kind sieht im Gesicht des Anderen das des Vaters und andersherum. So ist es auch mit Israel und Palästina. Die Palästinenser sehen in Israel die ihnen feindlich gesinnte westliche Welt. Die Israelis sehen in den Palästinensern das Abbild der antisemitischen Europäer, die sie auslöschen wollen.“



3 Responses to “Amos Oz zur Lage im Nahen Osten”  

  1. 1 simon

    eine zustimmung zu derartiger pathologisierung mit gleichzeitiger, zumindest latenter, konstruktion vom „volkscharakter“ israels und palästinas enttäuscht ein bischen bei dir. eindeutig ein backlash.

  2. Wo konstruiert Amos Oz einen Volkscharakter? Wenn du das so interpretierst, dann kennst du entweder Amos Oz nicht oder hast das ganze Zitat falsch verstanden. Dann hast du einen Backlash in analytischem Lesen

  3. 3 simon

    wenn man die israelische oder palästinensische gesellschaft metaphorisch als gegeißelte kinder darstellt (allein die proklamierte verkörperung aller bürger in einer person ist ja schon die antizipation eines „charakters“ der jeweiligen gesellschaft), deren konflikt auf einem, durch in der jugend zugefügte übeltaten (die shoa als solche zu bagatelliesieren, auch schön ein höchst unappetitlicher fehlgriff) entstandenem psychoknacks beruht, kann man ja wohl schlecht behaupten irgednwelche konfliktanalysen zu liefern. nein, das ist wohl eher ideologische küchenpsychologie.

    ich kenne amoz oz nicht und das brauche ich auch nicht um zu sehen das das ganze zitat hinten und vorne nichts mit der realität zu tun hat.


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